Rosemary Jarman und J�rgen Reichert waren beide Sch�ler Hann Triers an der Berliner HdK. Obwohl sie ihr Werk nicht aufeinander abgestimmt haben, erg�nzt es ich, als sei das eine die Kehrseite der Medaille des jeweils anderen. Rosemary Jarman geht vom Farbquadrat aus, das sich bei ihr nicht selten bis zur Rauminstallation weitet. Sie bezieht die bei ihr regelm��ig in gleicher Form wiederkehrende geometrische Form fast immer direkt auf die umgebende R�umlichkeit, wobei das anscheinend geometrische Element bei n�herem Zusehen sich als handschriftlich enth�llt. Rosemary Jarman betreibt eine Geometrie ohne Lineal. Sie malt Raumaufteilung, Raumgef�hl, Dreidimensionalit�t.
J�rgen Reichert geht dagegen von der Gestik aus, jener Handschriftlichkeit, die Rosemary Jarman so verhalten durchscheinen l��t. Aber umgekehrt durchbricht er den freien Duktus durch widersprechende Formen und - oft eincollagierte - Formsubstanz. Alles, was er malt und klebt, wird zu einem Protest gegen - falsche - Harmonie. Schrille Kl�nge stehen neben �berraschenden Oasen der Kontemplation.
Durchbrochene Geometrie, die ins Stereometrische dr�ngt, durchbrochene Harmonie, die einen R�ckweg sucht in eben diese Harmonie : in den Arbeiten beider K�nstler �u�ert sich ein gebrochenes Verh�ltnis zu Malerei und Umwelt, das neue und aktuelle Beziehungen zu beiden Ph�nomenen sucht und findet.
Heinz Ohff